Fernost

Eine Woche zurück aus Fernost. Das hat mich so berührt, dort zu unterrichten. Ich konnte die Freude spüren, die die Schüler hatten. Hier in Deutschland war mir das seither selten gelungen. Und dann der Abschied. Die Schüler haben mir ihre Grüße auf kleine Kärtchen geschrieben und mich hochleben lassen.

Sowas passiert auch hier in Deutschland. Ich weiß das von Kollegen. Aber mir selbst ist es eben nur dort passiert. Ich hatte das Gefühl, den Schülern etwas geben zu können, das für sie echt etwas bedeutet. Das berührt und erfüllt mit Demut. Eine Gnade.

Die letzten Tage habe ich mich vor allem gefragt, ob ich dort im fernen Osten arbeiten werde. Es fühlt sich so schön an. Nur ein Gedanke steht stumm neben der Begeisterung: Bedeutet das weitere Jahre alleine sein? Das macht nachdenklich.

Vor drei Jahren bin ich aus dem Ausland zurückgekommen. Der tiefere Grund war, dass ich eine Beziehung gesucht habe. Familie – diesen Wunsch hege ich seit langen Jahren. Ich habe die fremde Welt im Entwicklungsdienst geliebt. Aber für eine tiefe Beziehung schien mir die Welt in der die Menschen dort leben zu fern von mir, und meine Welt zu fern von ihrem Leben.

Nun muss ich feststellen: Auch in der Heimat bin ich allein geblieben. Es liegt nicht am Aufenthaltsort. Ich glaube nicht, dass es in diesem Land niemanden gibt, der sein Leben mit mir teilen will. Darum will ich etwas anders machen. Ich will ihn suchen, diesen Menschen. Darum schreibe ich diesen Blog.

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Hier lassen mich die Schüler zum Abschied hochleben.