Die Betrugsmaschen von Best-Matchmaking

Auf der Internetseite best-matchmaking.com betreibt Frau Ekaterina Elbahey – sie nennt sich kurz ‚Kate‘ – eine Online-Dating-Plattform mit Frauen aus der Ukraine und Weißrussland. Ich beschreibe hier Betrugsmaschen die ich bei Best-Matchmaking erlebt und erkannt habe. Ich habe eine Frau in der Ukraine getroffen. Erlebnisse habe ich anschließend in einem ausführlichen Erfahrungsbericht aufgeschrieben. Natürlich habe ich dies als Mann getan. Klar ist, dass Best-Matchmaking Frauen anders behandelt als Männer. Deshalb kann ich hier nur die eine Seite darstellen.
Felix Berlin

Verschwiegene Provision

Dass man sich auf best-matchmaking.com zum Online-Dating kostenlos anmelden kann, aber abgesehen von 4 Gratis-Briefen erst nach Zahlung eines Monatsbeitrag von 199 Euro über die Plattform daten kann, das ist branchenüblich. Die eigentliche Kostenfalle schnappt zu, wenn ein Mann eine Frau näher kennen lernt und sie sich persönlich treffen wollen.

Um Frauen in der Ukraine zu besuchen bietet Best-Matchmaking teure Reisen, so genannte Romantische Touren an, ab 2100 Euro. Wer keine solche Pauschalreise machen will, von dem verlangt Kate eine Provision. Von mir wollte sie über 1000 Euro um eine Frau zu treffen.

Auf best-matchmaking.com steht weder etwas über eine Provision, noch davon dass man eine Tour buchen muss um eine Frau zu treffen. Stattdessen wird der Eindruck erweckt, man könnte die Frau sogar zu sich ins Land einladen.

Unter Preise findet sich einzig der Preis für die 199 Euro Monatsbeitrag.

Offensichtlich verheimlicht die Agentur so lang es geht, was sie nachher fordern will. Erst wenn man sich verliebt hat, taucht die ansonsten unbegründete Forderung auf. Ich laß Kates Provisionsforderung am Morgen vor meiner Abreise in die Ukraine. Offensichtlich wird die Zwangslage ausgenutzt, dass man sich bereits verliebt hat, die Frau bereits auf einen wartet und man sich womöglich bereits auf die Reise macht. Dann kann man höhere Preise durchsetzen. Das ist Wucher.

Überwachung und Manipulation der Kommunikation

Hat man die Provision bezahlt und trifft die Frau, ist der Betrug noch nicht am Ende. Die Kommunikation wird allerdings von Anfang an kontrolliert und manipuliert.

Solange die Agentur erwarten konnte, dass ich nach einer Frau suche, erhielt ich Anfragen von Frauen, einmal 3 Stück innerhalb von zwei Minuten. Sobald klar wurde, dass ich mich für Maria (Name geändert) entschieden hatte, bekam ich keine Anfragen mehr bis ich wieder zurück in Deutschland war und Maria sich von Best-Matchmaking abgemeldet hatte. Seither bekomme ich wieder Anfragen.

Die Nachrichten die ich an Maria geschickt habe wurden ihr telefonisch von der Agentur auf Russisch durchgegeben und ihre telefonische Antwort von der Agentur an aufgeschrieben und mir zugeschickt. Dabei kann die Agentur Details weglassen und sie könnte die Antworten sogar selbst schreiben. Auf jeden Fall hat die Agentur masiv auf Maria eingewirkt, damit sie mich darum bat deren Tour zu buchen (siehe oben).

Während ich in der Ukraine war, wurden alle Treffen von der Dolmetscherin der Agentur so arrangiert, dass ich die Frau nicht ohne sie treffen konnte. Sie kamen zusammen und gingen zusammen. Immer im von ihnen organisierten Wagen. Uns anders zu treffen wurde mit verschiedenen Ausreden verhindert. Im Notfall war Maria einfach krank. Selbst vor dem Schreckgespenst COVID-19 schreckten sie nicht zurück.

Die Übersetzung der Dolmetscherin war so unprofessionel, dass lange glaubte, Kommunikationsprobleme und Missverständnisse stammten daher. Im Nachhinein nehme ich an, dass da auch Manipulation im Spiel war. Jedenfalls blieb unsere Kommunkation mit der Übersetzung unserer Dolmetscherin tagelang in einem vagen Stadium in dem kein Gedanke bezüglich unserer Zukunft und unserer Beziehung vertieft werden konnte.

Getürkte Kontaktdaten

Bei unserem ersten Treffen tauschten Maria und ich unsere Telefonnummer aus, so glaubte ich. Tatsächlich bekam ich die Telefonnummer eines Handys der Agentur, das Maria für unsere Treffen ausgeliehen wurde. Meine Nummer behielt die Agentur.

Wir haben dann über den Viber-Messanger kommuniziert. Auf den Account ihres Handys kann die Agentur vom PC aus zugreifen und die Kommunikation kontrollieren und manipulieren.

Ganz anders hört sich das auf der FAQ-Seite von Best-Matchmaking an:

Unsere Kontakt-Austauschpolitik:

Die Kontaktinformationen einer Frau werden einem männlichen Kunden mitgeteilt, wenn die Frau es (sic!) zustimmt, über Ihre Hintergrundinformationen informiert wird, und die Weiterleitung ihrer persönlichen Informationen an Sie genehmigt. (…)

Danach will die Agentur sogar beim Austausch der Kontaktdaten behilflich sein. In Wirklichkeit hat sie das verhindert.

Verwirrung und Nebelkerzen

Um die oben beschriebenen Betrugsmaschen durchzuziehen muss die Agentur natürlich ‚Überzeugungsarbeit‘ leisten. Damit der Betrug nicht zu schnell auffliegt, muss die Agentur Verwirrung stiften und Nebelkerzen werfen.

Dass die Provision zuerst in eine überteuerte Pauschalreise verpackt wird, habe ich schon erwähnt. Die nächste Nebelkerze ist Kates Matchmaking Service. Das sind individuell auf den Kunden zugeschnittene Vermittlungspakete in denen die Agentur Männern Frauen vorschlägt, damit man sie nicht selbst auf der Online-Dating-Plattform von Best-Matchmaking suchen muss. Nun behauptet Kate ohne Matchmaking Service müsse man Provision bezahlen. Das ist schon deshalb absurd, weil man üblicherweise gerade für das matchmaking (Heiratsvermittlung) eine Provision bezahlt, aber diese Auswahl der richtigen Partner, das matching, beim Online-Dating eben von den Beteiligten selbst gemacht wird. Um die Verwirrung komplett zu machen, heißt der Matchmaking Service fast genauso wie die Agentur selbst. Und die Begriffe werden auf der Webseite wieder und wieder durcheinandergeworfen.

Gegen ein Treffen der Paare ohne die Agentur werden, wie schon bei der Provision, wahlweise die AGB oder die Datenschutzrichtlinie ins Feld geführt. Allerdings steht nirgend etwas entsprechendes drin. Schließlich wird mit der Sicherheit argumentiert. So als könnten Erwachsene Menschen nicht selbst entscheiden, mit wem sie sich wie treffen wollen.

Darüber hinaus wollte die Dolmetscherin von Best-Matchmaking an ihrer Agentur vorbei günstiger für mich arbeiten. Dabei verwickelte sie sich in solche Widersprüche, dass am Ende vier Tarife zur Auswahl standen: 15, 20, 25 und 30 Euro pro Stunde. Das angebliche „an der Agentur vorbei“ hat den einzigen Sinn, dass sich die Agentur aus der Verantwortung stehlen kann. Auch aks ich die Dolmetscherin ‚privat‘ bezahlte fuhr sie genau die gleiche Linie wie zuvor.

Die Webseite best-matchmaking.com ist übrigens voll von widersprüchlichen Aussagen, zum Beispiel zum Sitz der Agentur und ihren Büros, aber auch zur Geschäftspolitik. Auch zur oben zitierten ‚Kontakt-Austauschpolitik‘ gibt anderswo auf der Webseite andere Aussagen.

Einsschüchterung durch Fehlinformationen

Ich habe mich auch gefragt, warum macht die Frau das alles mit. Bezahlt die Agentur sie dafür? Ich kann es nicht ausschließen. Aber mein Eindruck ist ein anderer:

Fast alle Frauen kommen aus russischsprachigen Ländern. best-matchmaking.com gibt es aber nur auf Englisch, Deutsch und Japanisch. Die Frauen werden von der Agentur und ihren Partnern persönlich betreut. So kann man ihnen alles Mögliche erzählen. Nicht nur, dass die Frau die Webseite und deren Bedingungen vermutlich nicht kennt, die Agentur kann ihr auch alles Mögliche über den Mann und seine Vertragskonditionen erzählen.

Aber die Verwicklung fängt schon früher an. Maria sagte man zum Beispiel, sie dürfe in ihrem Profil nicht angeben, dass sie rauche. Während unseren Treffen konnte sie dann nicht rauchen und die Agentur war Mitwisserin ihres Geheimnisses. Weiter brachte die Agentur Maria dazu kein, Wort Englisch mit mir zu sprechen. So habe ich erst gar nicht versucht mit Maria direkt zu sprechen oder sie anzurufen. Obwohl auf ihrem Profil Grundkenntnisse in Englisch angegeben sind, sagte mir Kate sie könne kein Englisch. Das hat sich später als falsch herausgestellt.

Als ich Maria in der Ukraine besuchen wollte, erzälte die Agentur Maria, ich sei verschwunden. Außerdem sei es verboten, sich ohne die Agentur zu treffen. Als wir uns trafen, übersetzte (?) mir die Dolmetscherin, sie sei mit Maria befreundet und Maria wolle nur mit ihr zusammen mit mir sprechen.

Sobald sich die Frau in eine Schummelei einlässt verfängt sie sich in ein Netz von Abhängigkeiten. Wenn sie nicht mehr macht, was die Agentur sagt, kann sie rausgeworfen werden und der Mann wendet sich womöglich auch noch ab.

Wer ist betroffen?

Diese Betrugsmaschen habe ich erlebt. Natürlich kann es anderen Männern und Frauen anders ergehen.

Bitte melden Sie sich bei mir. Ich möchte gerne auch andere Perspektiven zu Wort kommen lassen. Nur so kann ein Gesamtbild entstehen. Meine E-Mail ist yopa@gmx.de.

4 Gedanken zu “Die Betrugsmaschen von Best-Matchmaking

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